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Rückblick auf eine spannende Veranstaltung der Studienrichtung Informationstechik und den Firmen Bechtle IT und Nuix

26.03.2018

 
Fotos: Sarah Eidam, StA Dresden
Prof. Dr. Lutz Zipfel eröffnet die Tagung
Prof. Dr. Lutz Zipfel, Leiter des Studienbereichs Technik der Berufsakademie Dresden
Elmar Walter, Bechtle Competence Center Cybercrime (B4C)
Steffen Steitz, Bechtle Competence Center Cybercrime (B4C)
Anja Christof, Bundeskriminalamt Berlin
Mario Oßwald, Referatsleiter Technik beim Sächsischen Datenschutzbeauftragten
Rene Frei, Nuix

Cybercrime, nicht nur der Begriff, sondern die gesamte Entwicklung elektrisieren aktuell nicht nur Informatiker.  Was ist eigentlich Cybercrime: Cybercrime umfasst alle Straftaten, die unter Ausnutzung der Informations- und Kommunikationstechnik oder gegen diese begangen werden. Wirft man einen Blick in das „Bundeslagebild Cybercrime 2016“ (veröffentlicht vom Bundeskriminalamt am 17.August 2016) so sieht man, dass über 83.000 Fälle von der Polizei erfasst wurden, wobei ein Schadenspotential von über 51 Millionen Euro entstand. Es gibt aber ein riesiges Dunkelfeld. Der tatsächliche Schaden ist deshalb schwer zu schätzen. Deutschland ist als Industrieland jedoch mehr als viele andere Länder betroffen.

 

Zur gemeinsamen Fachtagung der Studienrichtung Informationstechnik und den Firmen Bechtle IT und Nuix kamen über 200 interessierte Teilnehmer. Die Referenten boten mit ihren Vorträgen eine ausgezeichnete Grundlage, um mit den Teilnehmern zur Technologie, zu den Anwendungsmöglichkeiten und zu kritischen Themen dieses Bereiches zu diskutieren.

 

Zunächst standen die Risiken in der digitalen Welt im Mittelpunkt. Herr Prof. Dr. Lutz Zipfel, Studienbereichsleiter Technik der Studienakademie Dresden, erläuterte verschiedene Anwendungsgebiete und Bedrohungsszenarien, vor allem im Home-Bereich. Die gewählten Beispiele zeigten auf, das gerade in diesem Bereich die Nutzer noch viel zu wenig auf Datenschutz/-sicherheit achten. Schon mit wenig Geld können Angriffe (bis zur physischen Zerstörung) auf die eingesetzten Geräte gefahren werden.

 

Elmar Walter, Bechtle Competence Center Cybercrime (B4C), zeigte an Hand von Bedrohungsszenarien nochmals die Brisanz des Themas. Als „Wurzel des Übels“ wurden von ihm die drei Komponenten „Digitalisierung und IoT“; „Software“ und der „Mensch“ herausgearbeitet. Alle ist vernetzt, gibt es Software ohne Schwachstellen und was ist der Mensch (Im besten Fall naiv, im schlimmsten Fall kriminell). Auszüge aus Nuix Black Report 2017 zeigten dann die Sichtweise der Hacker auf.

 

Unter der Überschrift „Security Lösungen“ zeigte Herr Steffen Steitz, Bechtle Competence Center Cybercrime (B4C), die wichtigsten Lösungsansätze. Angefangen von dem, der alles einsetzt (dem Menschen), über Software bis hin zur Hardware wurden Lösungsmöglichkeiten angesprochen. Es zeigte sich auch hier, dass man jederzeit möglichst den aktuellen Stand der Technik einsetzen sollte, um sich gegen Angriffe zu wehren. Angeregt diskutiert wurden auch mögliche Grenzen der Technologie wie die Sicherheit von bestimmten Verfahren.

 

Was IT-Forensik ist, wie die Vorgehensweise des Bundeskriminalamtes bei Cybercrime ist und welche Aufgabe das BKA hat, zeigte Frau Kriminalkommissarin Anja Christof vom Bundeskriminalamt Berlin. Ihr sehr kurzweiliger Vortrag begeisterte alle Teilnehmer. Sehr spannend waren auch die dargelegten konkreten Beispiele, wo alle ein Gefühl für die Arbeitsweise der Mitarbeiter des BKA und vor allem für die Schwierigkeiten bei der gerichtsverwertbaren forensischen Sicherung bekamen.

 

Unter der Überschrift „Ab Mai 2018 –Die neue EU-Datenschutz-grundverordnung“ zeigte Herr Mario Oßwald, Referatsleiter Technik beim Sächsischen Datenschutzbeauftragten, welche Veränderung alle erwarten. Nachdem vom ihm sehr deutlich und mit vielen Beispielen die Brisanz des Datenschutzes hervorgehoben wurde, ging er auf grundlegende Aspekte der DSGVO ein. Eindringlich wurde von ihm darauf hingewiesen, dass die EU-DSGVO eine Verordnung ist, die unmittelbar gilt.

 

In den Pausen und im Anschluss wurde durch die Firma Nuix (Herr Rene Frei) gezeigt, wie eine forensische Untersuchung abläuft.

 

Die Diskussionsbeiträge der TeilnehmerInnen, die Gespräche in den Pausen und die Rückmeldungen bestätigen, Cybercrime fasziniert und polarisiert in einer Art und Weise, die aktuell nur bedingt überblickt werden kann. Die Referenten sind sich sicher, Cybercrime, forensische Analysen und die EU-DSGVO sind Themen, die uns noch intensiv beschäftigen werden.

 

Ich möchten mich bei allen HelferInnen und UnterstützerInnen der Fachtagung herzlich bedanken. Weitere Bilder können Sie unter www.facebook.com/badresden einsehen.

 

Sobald die Freigabe der Vorträge durch die Referenten erteilt ist, werden diese hier zur Verfügung gestellt.

 

Autor: Prof. Dr.-Ing. Lutz Zipfel

 

 

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